Aphasietherapie - Wodurch profitieren Patienten im Alltag tatsächlich?

Laura Hamacher, Dipl.-Lehr- und Forschungslogopädin, Lehrlogopädin (dbl)
Wibke Hollweg, Dipl.-Logopädin, Lehrlogopädin (dbl)

Seit mehreren Jahren ist ein Wandel in der Zielsetzung von Therapiekonzepten für Patienten mit Aphasie zu beobachten. Spätestens seit das ICF-Modell als Grundlage für therapeutisches Planen und Handeln immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, werden herkömmliche rein sprachsystematisch orientierte Diagnostik- und Behandlungsmethoden in Frage gestellt. Aber was ist eigentlich neu an der Forderung nach pragmatisch-kommunikativen Diagnostiken und Therapiemethoden? Sollte Aphasietherapie nicht immer schon alltagsrelevant und situationsbezogen sein und die allgemeine Kommunikationsfähigkeit der Aphasiker verbessern?
 
Die Fortbildung gibt einen Überblick über verschiedene aktuelle pragmatisch-kommunikative Diagnostik- und Therapiemethoden. Die Teilnehmer sollen praktisch anhand von ICF-geleiteten Fragebögen realistische partizipationsorientierte Therapieziele formulieren und geeignete Methoden zu deren Umsetzung auswählen. Es wird anhand von Fallbeispielen beschrieben, wie sprachsystematische und pragmatische modellorientierte Ziele sinnvoll kombiniert werden können, um die Teilhabe von Aphasikern am gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Weiterhin soll die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit für die Umsetzung der Konzepte erörtert werden. In einem weiteren praxisorientierten Teil werden zudem neue technische Möglichkeiten in der Aphasietherapie vorgestellt, u.a. die Nutzung von Tablets. Häufig steigert sich durch den Einsatz von Tablets die Motivation der Patienten, und es werden neue Möglichkeiten für die Kommunikation im Alltag der Patienten erschlossen.
 
Anhand von Fallbeispielen sollen geeignete Diagnostikinstrumente ausgewählt, pragmatisch-kommunikative Therapieziele formuliert und das therapeutische Vorgehen geplant werden.
 
Zielgruppe: Das Seminar richtet sich sowohl an erfahrene AphasietherapeutInnen, die neue Anregungen für die Therapie bekommen wollen, als auch an Berufsanfängerinnen, die einen Überblick über aktuelle partizipationsorientierte Methoden bekommen wollen.
260,00 €

Freie Plätze !

    1740-KE
    Köln
    07.10.2017 - 08.10.2017
    SA 10:00 - 18:30
    SO 09:00 - 13:00
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Laura Hamacher absolvierte von 2000 bis 2004 das Bachelorstudium der Logopädie an der...
Laura Hamacher, Dipl.-Lehr- und Forschungslogopädin, Lehrlogopädin (dbl)
Laura Hamacher absolvierte von 2000 bis 2004 das Bachelorstudium der Logopädie an der Hogeschool Zuyd in Heerlen (NL) und von 2005 bis 2008 das Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen. Sie war mehrere Jahre in einer logopädischen Praxis im Kreis Aachen tätig, bis sie als wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung Neurolinguistik in einem Projekt zu erworbenen Lesestörungen mitarbeitete. Im Anschluss daran war sie als Logopädin auf der Aphasiestation des Aachener Universitätsklinikums tätig. Seit 2010 ist sie als Lehrlogopädin für neurologische Störungsbilder am Präha Lehrinstitut für Logopädie in Düsseldorf tätig.
Wibke Hollweg, Dipl.-Logopädin, Lehrlogopädin (dbl)
Wibke Hollweg machte 1994 ihr Examen an der Lehranstalt für Logopädie der RWTH Aachen. Seit 1994 ist sie als Logopädin in der praktischen Arbeit in Praxis und Klinik tätig. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der interdisziplinären Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen (Aphasie, Dysarthrie und Dysphagie). 1998 bis 2003 absolvierte sie ein Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen, Thema der Diplomarbeit: »Empirische Therapiestudie zur Therapie des Facio-Oralen-Trakts bei neurologischen Schluckstörungen in der Akutphase und Frührehabilitation«. Seit 1997 ist Wibke Hollweg als Dozentin für die Fachbereiche Aphasie, Dysphagie, Dysarthrie und Schriftspracherwerb an verschiedenen Lehrinstituten für Logopädie, Krankenpflege und Altenpflege in Bonn, Köln und Düsseldorf tätig. Zudem hat sie zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg in einem Projekt zu Störungen der Schriftsprache mitgearbeitet. Ihr besonderes Interesse gilt seit 2003 der Praxisausbildung von Studierenden der Logopädie in den Fachbereichen Aphasie, Dysphagie und Dysarthrie. Von 2008 bis 2013 war Wibke Hollweg Schulleiterin des Präha Lehrinstituts für Logopädie in Düsseldorf. Seit Ende 2013 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und am Zentrum für Schwerst-Schädelhirnverletzte am Vivantes Klinikum in Berlin tätig.
 
Aphasietherapie - Wodurch profitieren Patienten im Alltag tatsächlich? Laura Hamacher und...
Aphasietherapie - Wodurch profitieren Patienten im Alltag tatsächlich? Laura Hamacher und Wibke Hollweg
Bauer, A. & Auer, P. (2009). Aphasie im Alltag, Thieme Verlag, Forum Logopädie: Stuttgart
Blomert, L. & Buslach, D. (1994). Funktionelle Aphasiediagnostik mit dem Amsterdam- NijmegenEverday Language Test (ANELT)
Bongartz, R. (1998). Kommunikationstherapie mit Aphasikern und Angehörigen, Thieme Verlag: Stuttgart
Weikert, K. (Hrsg.). Auf einmal hat sich alles geändert - Beratung bei psychosozialen Problemen von Aphasikern und ihren Angehörigen. Köln: ProLog
Fries, W., Lössl, H. & Wagenhäuser, S. (2007). Teilhaben! Neue Konzepte der Neurorehabilitation - für eine erfolgreiche Rückkehr in Alltag und Beruf, Thieme Verlag: Stuttgart
Götze, B. & Höfer, B. (1999). AOT - Alltagsorientierte Therapie bei Patienten mit erworbener Hirnschädigung: Eine Aufgabe für das gesamte Reha-Team, Thieme Verlag: Stuttgart
Grönke, C., Mebus, M. (2011). Aphasie Partizipations-Training. ICF-basierte Übungen für pragmatisch- kommunikative Alltagsfertigkeiten. 2011, Schulz-Kirchner Verlag
Grötzbach, H. & Iven, C. (2009). ICF in der Sprachtherapie- Umsetzung und Anwendung in der logopädischen Praxis, Schulz-Kirchner Verlag: Idstein
Masoud, V. (2009). Gruppentherapie bei neurologischen Sprachstörungen, Thieme Verlag, Forum Logopädie: Stuttgart
Rentsch, H. & Bucher, O. (2006). ICF in der Rehabilitation, HRSG. Jürgen Tesak, Schulz-Kirchner Verlag: Idstein
Schöler, M. & Grötzbach, H. (2006). Aphasie - Wege aus dem Sprachdschungel, Springer: Berlin
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