Nicht nur das Hören gemeinsam entdecken! Kommunikationsorientierte und mehrdimensionale Therapie hörgeschädigter Kinder - Basiskurs

Karen Reichmuth, Dipl.-Logopädin

Audiogen bedingte Sprachentwicklungsstörungen stellen ein sehr vielfältiges Störungsbild dar, mit dem Sprachtherapeuten nun, nach Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings im Jahr 2009, zunehmend in der Praxis konfrontiert sind. Ein einseitiges Hörtraining kann dabei allzu schnell in den Vordergrund geraten. Kommunikationsorientierte Ansätze umfassen die spezifische Förderung aller Ebenen der Hör-Sprachentwicklung durch Einbettung der Inhalte in für das Kind bedeutungsvolle Interaktionen unter Einbezug der Eltern von Anfang an.
Das Seminar stellt die Hör-Sprachtherapie hörgeschädigter Kinder aller Schweregrade im Vorschul- und Schulalter vor, die mit Hörgerät oder Cochlea-Implantat versorgt sind. Der aktuelle Forschungshintergrund zum Spracherwerb dieser Kinder sowie (inter-)nationale Leitlinien zur Therapie werden dargelegt. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über verschiedene familienzentrierte Frühförderansätze. Unter anderem erfolgt eine Kurzvorstellung des „Münsteraner Elternprogramms zur Kommunikationsförderung von Säuglingen mit Hörschädigung" (MEP) (Reichmuth et al., 2013; Glanemann et al., 2013), ohne dass eine Qualifizierung zur Durchführung des MEP erworben wird.
Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der theoretischen und praktischen Vermittlung des sprachtherapeutischen Vorgehens in der  Hör-Sprachtherapie von Kindern ab einem Sprachentwicklungsalter von zwei  Jahren bis ins Schulalter mit dem Ziel der erfolgreichen lautsprachlichen Kommunikation. Dieser kommunikationsorientierte mehrdimensionale Ansatz umfasst die spezifische Förderung der sprachsystematischen Ebenen und die Elternarbeit. Auch die Bedeutung der präliteralen Förderung inklusive der phonologischen Bewusstheit sowie der spätere Einbezug der Schriftsprache in die Therapie werden dargelegt.  Die spezifischen Therapieziele werden auf der Grundlage begleitender Diagnostik abgeleitet, dabei werden die Begriffe „Hör- und Lebensalter" im Seminar kritisch diskutiert. Bekannte Diagnostikverfahren werden auf ihre Eignung für das Störungsbild hin beleuchtet und weitere spezifische Verfahren vorgestellt. Zahlreiche Fallbeispiele auf Video ermöglichen den Einblick in die Praxis und dienen der gemeinsamen Erarbeitung individueller Therapieziele.
Da die erfolgreiche Kommunikation und soziale Teilhabe oberstes Ziel der Förderung hörgeschädigter Kinder sein sollte, stellen einerseits der verantwortungsvolle Umgang mit den Grenzen der Lautsprachförderung und das Aufzeigen von alternativen Kommunikationsformen (u.a. Gebärden) sowie andererseits Chancen und Grenzen von Inklusion wichtige Diskussionspunkte im Seminar dar.
 
Voraussetzungen für den Besuch des Seminars:
Abgeschlossene/s Studium/Ausbildung in Logopädie/Sprachtherapie/Sprachheilpädagogik, Hörgeschädigtenpädagogik
320,00 €

Freie Plätze !

    1746-BA
    Berlin
    17.11.2017 - 19.11.2017
    FR 10:30 - 18:15
    SA 09:00 - 17:00
    SO 09:00 - 15:00
    22
    12
    10
Karen Reichmuth schloss 1989 die Ausbildung zur Logopädin in Berlin ab. Von 1989-1996...
Karen Reichmuth, Dipl.-Logopädin
Karen Reichmuth schloss 1989 die Ausbildung zur Logopädin in Berlin ab. Von 1989-1996 arbeitete sie therapeutisch mit der Spezialisierung im Bereich Kindersprache an der Beratungsstelle für Hörbehinderte in Berlin und von 1997-2002 in einer logopädischen Praxis in Aachen. Seit 1990 Lehr- und Seminartätigkeit im Bereich Kindersprache, insbesondere Hörstörungen und Unterstützte Kommunikation. Anschließend studierte sie Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH-Aachen. Seit 2002 ist sie Diplom-Logopädin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und klinische Logopädin am Universitätsklinikum Münster (UKM- Abt. Phoniatrie und Pädaudiologie & Cochlear Implantat Centrum Münsterland), u.a. Mitarbeit in verschiedenen Forschungsprojekten zur Sprach- und Kommunikationsentwicklung vor allem von Kindern mit Hörstörungen und Mehrfachbeeinträchtigungen sowie ihrer Förderung. Mitentwicklung der evidenzbasierten Frühintervention „Münsteraner Elternprogramm zur Kommunikationsförderung von Säuglingen und Kleinkindern mit Hörschädigung- MEP". Durchführung seit 2009 am UKM (Reichmuth et al., 2013; Glanemann et al., 2013). Seit 2012 bietet sie zertifizierte Weiterbildungen im MEP (5-tägig) für Fachkräfte in der Hörfrühförderung am UKM an.
Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) im Vorschulalter Auditive Verarbeitungs- und...
243,00 € 270,00 €
Zuletzt angesehen