Identifikation, Desensibilisierung, Modifikation und Transfer mit stotternden Jugendlichen und Erwachsenen - praktisch anwendbar

Isabel Nockemann, Sprachheilpädagogin

Viele stotternde Jugendliche und Erwachsene berichten im Anamnesegespräch, dass sie bereits Stottertherapien gemacht haben, sie aber das, was sie mit dem Therapeuten geübt haben, im Alltag nicht anwenden konnten. Der Zugriff auf gelernte „Techniken" funktioniere nur im vertrauten Therapiesetting, aber eben nicht außerhalb des Therapieraumes. Oft liegt der missglückte Transfer daran, dass die Patienten unzureichend desensibilisiert sind und vor dem Hintergrund eines schnellen, kurzfristigen Therapieerfolgs, wie es ja auch von den Krankenkassen gefordert ist, zu früh Modifikationstechniken vermittelt bekommen, die dann, auf Grund der noch bestehenden Angst vor dem Stottern, im Alltag nicht greifen können und somit nicht nachhaltig sind.
In dieser Fortbildung wird kurz auf eine qualitative und quantitative Diagnostik sowie die Erfassung der subjektiven Selbsteinschätzung eingegangen.
Basierend auf dem van Riperschen Grundkonzept werden Interventionen aus der Desensibilisierungs-, Identifikations-, Modifikations- und Stabilisierungsphase vorgestellt, die nicht nur in der Einzeltherapie, sondern auch in Gruppeninterventionen einsetzbar sind. Der Aspekt einer gelungenen Desensibilisierung begleitet uns dabei therapiephasenübergreifend wie ein roter Faden. Die Teilnehmer lernen Interventionen zur Identifikation von Sekundär- und Primärsymptomatik kennen sowie desensibilisierende Verfahren zum Abbau von Tabuisierung, Angst und Vermeidung wie Pseudostottern, Nettostottern (aus: IMS Therapie von H. Zückner) und advertising (aus: SSMP Therapieansatz). Als Modifikationstechniken werden trickfreies Stottern (aus: Bonner Intensiv-Stottertherapie), Prolongation, Pullout und Nachbesserung vermittelt. Alle Verfahren werden in Übungsstationen in Kleingruppen eingeübt. Fallbeispiele aus der Praxis sind erwünscht!
 
Weitere Themen der Fortbildung werden sein:
• Beratung und Vernetzung mit Angehörigen, Freunden und Institutionen im Sinne eines verbesserten Transfers
• Therapieempfehlung: ambulante Einzeltherapie oder Gruppenintensivtherapie?  
260,00 €

Freie Plätze !

    1735-HB
    Hamburg
    01.09.2017 - 02.09.2017
    FR 13:00 - 19:00
    SA 09:00 - 16:30
    15
    7
    8
Isabel Nockemann studierte an der Universität zu Köln Sprachheilpädagogik. Nach...
Isabel Nockemann, Sprachheilpädagogin
Isabel Nockemann studierte an der Universität zu Köln Sprachheilpädagogik. Nach dem Diplom 1999 arbeitete sie bis 2010 für verschiedene sprachtherapeutische Praxen
in Mönchengladbach und Krefeld. 2010-2012 war sie als therapeutische Leitung in Bottrop tätig und führte dort als Teil eines interdisziplinären Teams Stotterintensivtherapien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch.
Seit 2011 arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis in Bottrop. Sie leitet Refresher und Workshops für stotternde Kinder, Jugendliche und Angehörige sowie Workshops zum Thema Sprachentwicklung für pädagogisches Personal.
Natke, U. & Alpermann, A. (2010): Stottern, Erkenntnis, Theorien, Behandlungsmethoden. 3....
Natke, U. & Alpermann, A. (2010): Stottern, Erkenntnis, Theorien, Behandlungsmethoden. 3. Vollständig überarbeitete Auflage: Huber
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