Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie (ESKOPA-TM)

Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie

Prof. Dr. Tanja Grewe, Klinische Linguistin (BKL)
Frank Regenbrecht, Klinischer Linguist (BKL)

Im Rahmen der multizentrischen klinischen Versorgungsstudie FCET2EC ("From Controlled Experimental Trial to=2 Everyday Communication: How effective is intensive aphasia therapy under routine clinical conditions?") konnte die Wirksamkeit intensiver Aphasietherapie bei Menschen mit chronischer Aphasie nach Schlaganfall auf höchster Evidenzstufe belegt werden. Ziel der dreiwöchigen intensiven sprachtherapeutischen Intervention war insbesondere die Verbesserung der Alltagskommunikation.
Inhalt der Fortbildung ist in erster Linie die Vorstellung des Therapiemanuals „Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie - ESKOPA-TM", welches den Leitfaden für das sprachtherapeutische Vorgehen innerhalb der Studie bildete (Grewe et al., 2020). Entwickelt wurde ESKOPA-TM auf der Basis zweier Screening-Instrumente „Sprachsystematisches Aphasiescreening (SAPS)" (Bruehl et al., 2022; Blömer et al., 2013) und „Kommunikativ-pragmatisches Screening (KOPS)" (Glindemann et al. 2018; Glindemann & Ziegler, 2017). Die Screenings ermöglichen eine Überprüfung der Therapieeffekte (reine Übungseffekte sowie Transferleistungen) und werden aufgrund der engen Verzahnung von Diagnostik und Therapie ebenfalls während der Fortbildung grob thematisiert. Das Therapiemanual ist - in Analogie zu den Screeningverfahren - systematisch nach sprachlichen bzw. kommunikativ-pragmatischen Bereichen (Phonologie, Lexikon, Morphosyntax, Kommunikation & Pragmatik), Modalitäten (rezeptiv und expressiv) und Schwierigkeitsgraden (leicht, mittel, schwer) gegliedert. Auf der Grundlage der Diagnostik werden zu Beginn individuelle therapeutische Schwerpunkte gewählt, die dann im Therapieverlauf an aktuelle sprachliche Leistungen angepasst werden (Progression bzw. Regression). ESKOPA-TM beinhaltet für jedes einzelne Therapiemodul spezifische Hinweise zum therapeutischen Vorgehen im Rahmen von einzel- und gruppentherapeutischen Settings.
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    2308-KB
    Köln
    FR, 24.02.2023 | 13:00 - 18:00
    SA, 25.02.2023 | 09:00 - 15:00
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Prof. Dr. phil. Tanja Grewe ist seit 2020 Studiengangsleitung des additiven Studiengangs...
Kurzbiographie: Prof. Dr. Tanja Grewe, Klinische Linguistin (BKL)
Prof. Dr. phil. Tanja Grewe ist seit 2020 Studiengangsleitung des additiven Studiengangs Logopädie an der staatlichen Jade Hochschule, Abteilung Technik & Gesundheit für Menschen, in Oldenburg. Zuvor war sie Professorin an der Hochschule Fresenius in Idstein, wo sie den grundständigen Studiengang Logopädie leitete.
Sie studierte Klinische Linguistik an der Universität Bielefeld und arbeitete mehrere Jahre sprachtherapeutisch im Bereich der neurologischen Rehabilitation. 2006 promovierte sie im Fachgebiet Neurolinguistik an der Philipps-Universität Marburg. Daran schloss sich eine kurze PostDoc-Phase am Max-Planck-Institut für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig an, bevor sie 2007 an die Hochschule wechselte. In Lehre und Forschung beschäftigt sie sich mit neurogenen Sprach- und Sprechstörungen und insbesondere mit der Wirksamkeit von Aphasietherapie. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Logopädie in der Geriatrie.
Kurzbiographie: Frank Regenbrecht, Klinischer Linguist (BKL)
Frank Regenbrecht arbeitet als Klinischer Linguist in der Tagesklinik für Kognitive Neurologie im Universitätsklinikum Leipzig. Er beschäftigt sich in Therapie, Lehre und Forschung mit Sprachverarbeitungsprozessen bei Aphasie und mit der Beschreibung und Behandlung von Kognitiven Kommunikationsstörungen.
Diagnostik- und Therapiematerial: Bruehl, S., Huber, W., Longoni, F., Schlenck, K.-J. &...
Quellenangaben:
Diagnostik- und Therapiematerial:
Bruehl, S., Huber, W., Longoni, F., Schlenck, K.-J. & Willmes, K.: Sprachsystematisches Aphasiescreening (SAPS). Göttingen: Hogrefe.
Glindemann, R., Zeller, C. & Ziegler, W. (2018). KOPS - Kommunikativ-pragmatisches Screening für Patienten mit Aphasie. Untersuchung verbaler, nonverbaler und kompensatorisch-strategischer Fähigkeiten. Hofheim: NAT-Verlag.
Grewe, T., Baumgärtner, A., Bruehl, S., Glindemann, R., Domahs, F., Regenbrecht, F. Schlenck, K.-J. & Thomas, M. (im Druck). Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie (ESKOPA-TM). Göttingen: Hogrefe.
 
Sekundärliteratur:
Blömer, F., Pesch, A., Willmes, K., Huber, W., Springer, L. & Abel, S. (2013). Das sprachsystematische Aphasiescreening (SAPS): Konstruktionseigenschaften und erste Evaluierung. Zeitschrift für Neuropsychologie, 24(3), 139-148.
Breitenstein, C., Grewe, T., Flöel, A., Ziegler, W., Springer, L., Martus, P., Huber, W., Willmes, K., Ringelstein, E.B., Haeusler, K.G., Abel, S., Glindemann, R., Domahs, F., Regenbrecht, F., Schlenck, K.-J., Thomas, M., Obrig, H., de Langen, E., Rocker, R., Wigbers, F., Rühmkorf, C., Hempen, I., List, J. & Baumgärtner, A. (2017). Intensive speech and language therapy improves everyday verbal communication in chronic post-stroke aphasia: A prospective randomised controlled healthcare trial (FCET2EC). Lancet, 389(10078), 1528-1538.
Breitenstein, C., Grewe, T., Flöel, A., Ziegler, W., Springer, L., Martus, P. & Baumgärtner, A. (2014). Wie wirksam ist intensive Aphasietherapie unter regulären klinischen Bedingungen? Die deutschlandweite Aphasieversorgungsstudie FCET2EC. Sprache, Stimme, Gehör 38, 14-19.
Glindemann, R. & Ziegler, W. (2017). Kommunikativ-pragmatisches Screening. Sprache, Stimme, Gehör, 41(2), 102-107.
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