Bausteine in der Therapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen

Grundkurs

Dr. Claudia Häußinger, Sprachheilpädagogin, M.A.

Die Therapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen stellt Sprachtherapeutinnen stets vor neue herausfordernde Aufgaben. Aufgrund der großen Heterogenität kindlicher Entwicklung in Zusammenhang mit einer Hörschädigung gestalten sich sowohl das Einschätzen der sprachlichen Fähigkeiten als auch die Auswahl geeigneter Ansätze und passenden Materials im sprachtherapeutischen Alltag oftmals schwierig. Zudem ist eine sensible und kompetente Herangehensweise in der Arbeit mit den Eltern sehr wichtig.
Dieses Seminar vermittelt Grundlagen der Sprachtherapie mit hörgeschädigten Kindern ab dem Kindergarten- bis ins Jugendalter. Die Basis hierbei bildet der Zusammenhang zwischen Hörstatus, Audiogramm und verschiedenen Hörhilfen. Ausgehend vom physiologischen Hör- und Spracherwerb und Sprachentwicklungsstörungen bei hörenden Kindern werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Kindern mit einer Hörschädigung herausgearbeitet. Darauf aufbauend wird die Anwendbarkeit gängiger sprachdiagnostischer Verfahren diskutiert.
Der zweite Teil des Seminars befasst sich mit der Auswahl und der Anpassung sprachtherapeutischer Vorgehensweisen und Materialien an die besonderen Bedürfnisse hörgeschädigter Kinder nach dem Konzept „Die Wort- S(ch)atz- Lupe" (Häußinger 2017).  Das Konzept bietet aufgrund seines Baukastenprinzips und der Aufteilung in Basis-, Hilfs- und Therapiebausteine die Möglichkeit, die Therapie individuell an die heterogene Gruppe hörgeschädigter Kinder und auch Jugendlicher mit unterschiedlichsten Hörkompetenzen (von leicht-/mittelgradiger Schwerhörigkeit bis hin zu Gehörlosigkeit) und damit eingeschränkten bis fehlenden Lautsprachfähigkeiten sowie von Kindern mit Hörschädigung und zusätzlichem Förderbedarf anzupassen. Den Schwerpunkt bildet der Hilfsbaustein „kompensatorische Hilfen". Dieser beinhaltet u.a. die Bausteine „Selbsthilfestrategien", „visuelle kompensatorische Hilfen: Einsatz von Gebärden, Absehen und Schrift" oder „angepasste Therapeutensprache". Nach der Erarbeitung und Erprobung der unterschiedlichen kompensatorischen Hilfen wird anhand verschiedener Bausteine die Therapie in den Bereichen Hörtraining, Wortschatz und Grammatik skizziert.
Zudem werden immer wieder Bezüge zwischen theoretischen Grundlagen, der praktischen Arbeit mit den Kindern und der Beratung der Eltern hergestellt.
Fallbeispiele, Videoausschnitte und Gruppenarbeiten verstärken übergreifend den Theorie-Praxis-Bezug.
Weiterführende Informationen
Seminaranmeldungen sind telefonisch nicht möglich!
285,00 €

Freie Plätze !

    2136-MA
    München
    11.09.2021 - 12.09.2021
    SA 10:00-17:30
    SO 09:00-16:30
    16
    9
    7
Dr. Claudia Häußinger studierte Sprachheilpädagogik an der...
Kurzbiographie: Dr. Claudia Häußinger, Sprachheilpädagogin, M.A.
Dr. Claudia Häußinger studierte Sprachheilpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Von 2007 bis 2015 arbeitete sie in einer sprachtherapeutischen Praxis für hörgeschädigte Kinder und Erwachsene. Seit Ende 2015 ist Frau Häußinger in eigener sprachtherapeutischer Praxis in München tätig. Von 2009 bis 2020 unterrichtete sie als Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik an der LMU München das Fach „Sprachtherapeutische Arbeit mit hörgeschädigten Kindern und Erwachsenen" und ist seit 2011 als Referentin für Fortbildungsinstitute und Dozentin an verschiedenen Ausbildungsstätten im logopädischen und heilpädagogischen Bereich tätig. Im Rahmen ihrer praktischen und wissenschaftlichen Arbeit sowie ihrer Dozententätigkeit hat sie sich auf die Diagnostik und Therapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Hieraus entstand das Konzept „Die Wort-S(ch)atz-Lupe - Sprachtherapie mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen".
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