Türkisch-Artikulationstest (TAT)

Türkisch-Artikulationstest (TAT)
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    Diagnostik, DaZ/DaF/Mehrsprachigkeit, Artikulation/Phonologie
Der Türkisch-Artikulationstest richtet sich in erster Linie an... mehr
Produktinformationen "Türkisch-Artikulationstest (TAT)"

von Vasfi Nas

Der Türkisch-Artikulationstest richtet sich in erster Linie an logopädisch/sprachtherapeutisch Tätige. Er ist so konzipiert, dass ihn monolingual deutschsprachige Logopädinnen und Sprachtherapeutinnen, Ärztinnen, aber auch Lehrerinnen und Angehörige anderer Fachberufe, die mit türkischsprachigen Kindern arbeiten, ohne großen Zeitaufwand und ohne Vorkenntnisse des Türkischen einsetzen können.
 
Am Beginn der Diagnostik steht das Ermitteln einer Sprechstörung. In der Folge gilt es, den Lautbefund zu erstellen und anhand dessen die Artikulationsstörung und die phonologische Störung zu diagnostizieren. Da der TAT ein Artikulationstest für türkischsprachige Kinder ist, wird bewusst keine detaillierte Klassifizierung der phonologischen (strukturellen und systemischen) Prozesse vorgenommen. Der TAT ist auch zum Teil für die Diagnostik neurologisch bedingter Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie, Dysarthrophonien und Sprechapraxie) einsetzbar, wenn der Patient überhaupt keine Deutschkenntnisse aufweist. Da der zeitliche Rahmen berücksichtigt werden sollte, wurden bewusst Grenzen bezüglich der Anzahl der Wortarten beziehungsweise der Items gesetzt.
 
Durchführung des Türkisch-Artikulationstests: Der TAT wird nach dem Benennverfahren durchgeführt und beinhaltet vordergründig Inhaltswörter. Das sind zu etwa 90% Nomen. Den Rest bilden Vollverben, Adverbien und Adjektive. Dem Kind wird ein Bild zum Benennen vorgelegt, beziehungsweise der Patient sieht das Bild und benennt es. Da es sich hier um einen speziellen Türkisch-Test handelt, kann sich die zumeist monolingual deutschsprachige Therapeutin auf ihrem Protokollbogen sowohl einer Aussprachehilfe des Bildes nach IPA-Transkription (die Zielphone sind fett gedruckt hervorgehoben) als auch einer DVD mit Artikulationsbeispielen bedienen. Außerdem ist auf der unteren rechten Ecke des Testitems zusätzlich eine phonetische Transkription des Bildes zu sehen. Die suprasegmentalen Merkmale (besonders die Intonation und der Akzent) wurden bewusst nicht berücksichtigt.
 
Die Äußerungen des Kindes werden zum späteren Auswerten detailliert aufgenommen.
 
Auf dem Protokollbogen (▶ Kap. 15, »TAT-Protokollbogen zum Lautbefund«) sind zwei verschiedene Antwortmöglichkeiten berücksichtigt: Spontanantwort und Nachsprechen (der Untersucherin liegt das IPA vor). Weiterhin werden die Artikulationsstörungen, phonologischen Prozesse und Bemerkungen mitnotiert.
 
Da es sich beim TAT primär um einen Artikulationstest zur Diagnostik türkisch sprechender Kinder handelt und er in der Regel von monolingual deutschsprachigen Untersuchern angewandt wird, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Test durchzuführen.
Im Idealfall wird dem zu untersuchenden Kind ein Bild vorgelegt, das von ihm benannt werden soll: »Ich zeige dir jetzt Bilder und du sagst mir, wie diese Bilder auf Türkisch heißen.« Anschließend protokolliert die Therapeutin die Äußerung des Kindes in phonetischer Transkription. Beispielsweise sagt das Kind »taş«, worauf die Therapeutin [tα∫] notiert.
Das Kind ist unsicher, erkennt das vorgelegte Bild nicht, kann das Begriffswort im Moment nicht aussprechen oder
es aus einem anderen Grund nicht artikulieren. In solchen und ähnlichen Fällen kann man verschiedene individuelle Strategien anwenden. Die Therapeutin sollte zum Beispiel das Kind ermuntern, das Wort auf Türkisch zu benennen, beispielsweise wie folgt: »Hier sehe ich einen Stein und wie sagst du zu ihm auf Türkisch?« Kann das Kind den Stein richtig auf Türkisch benennen, indem es die Frage mit »taş« beantwortet, wird die Antwort transkribiert festgehalten.
 
Ebenso wäre es möglich, dass sich die Therapeutin selbst einen türkischen Fragesatz aneignet, mit dessen Hilfe dem Kind das Artikulieren erleichtert wird. Als Beispiel sei hier genannt: »Bu nedir?« []? − Wie heißt das? Oder: »Ne görüyorsun?« [] − Was siehst du?
Nachsprechen lassen: Die Therapeutin benennt das Bild (phonetische Transkription liegt vor) und das Kind spricht das Testitem nach. Das Nachsprechen wird ebenfalls protokolliert und als lexikalisch-semantische Fertigkeit mitnotiert, um herauszufinden, ob das jeweils untersuchte Kind eventuell auch Defizite in diesen Bereichen aufweist.
Wegen der möglicherweise komplizierten Diagnostik der türkischen Sprache ist es unbedingt zu empfehlen, die Äußerungen untersuchter Kinder aufzunehmen, um das jeweils Geäußerte später genau phonetisch transkribiert in den Protokollbogen eintragen zu können.
 
Sollte während des Diagnostikverlaufs nur wenig Zeit zur Transkription vorhanden sein, stehen die angefertigten Tonaufnahmen zur Verfügung, um die Äußerungen des Kindes noch einmal aufs Exakteste mit der Muster-Aussprache zu vergleichen und zu analysieren.
 
Um der Untersucherin den Ziellaut im Türkischen hervorhebend zu verdeutlichen, wird dieser Laut fettgedruckt dargestellt. Durch diese Markierung sollte es auch demjenigen, der kein Türkisch spricht, möglich sein, sich auf den genauen Laut zu konzentrieren.
 
Auswertung des Türkisch-Artikulationstests: Alle Äußerungen des untersuchten Kindes werden auf dem aktualisierten Blatt » TAT-Protokollbogen zum Lautbefund « (▶ Kap. 15) dokumentiert. Die Art der Artikulations-oder phonologischen Störung wird ebenfalls auf diesem Protokollbogen eingetragen, anhand dessen wiederum die Diagnose erstellt wird.
 
Unter phonetischen Gesichtspunkten wird auf dem » TAT Auswertungsbogen zum Lautbefund « (▶ Kap. 15) der Umfang des individuellen Phoninventars im Türkischen festgestellt. Phonologisch orientiert ermittelt man die strukturellen und systematischen Prozesse. Die jeweiligen Ergebnisse werden in der Spalte »Phonologische Prozesse« dokumentiert.
 
Der Türkisch-Artikulationstest kann als Teilaspekt verschiedener sprachlicher Befunde verstanden werden, welcher zu einer Indikation führt.
 
Artikulationsstörungen treten selten allein auf. Betroffene Patienten haben nicht nur eine Dyslalie, sondern weisen in der Regel auch noch andere Sprachentwicklungsstörungen auf.
Die Zielsetzung des Testes ist die Diagnostik der türkischen Sprache. Aus diesem Grund wurde bewusst auf eine detaillierte, linguistische (phonetische und phonologische) Analyse und Beschreibung der phonologischen Prozesse verzichtet, da damit der Rahmen dieser Testbeschreibung gesprengt würde. Der hier vorgelegte Screeningbogen unterscheidet sich von solchen anderer Artikulationstests, die primär für Muttersprachler (L1-Deutsch) entwickelt wurden.
 
Aspekte der Auswertung
Durch den TAT ist es möglich, sowohl das phonetische wie auch das phonemische Inventar des Kindes zu diagnostizieren:
Auswertung des phonetischen Inventars: Phone, die nicht korrekt realisiert werden, notiert der Untersucher in die jeweilige Spalte.
Auswertung des phonemischen Inventars: Hier werden die nicht erworbenen Phoneme ebenfalls in die zugehörige Spalte eingetragen.
Die hier angegebenen Parameter »Altersgruppe und jeweiliges phonetisches und phonemisches Inventar« basieren auf statistischen Werten während der Prätestphase und spiegeln Erfahrungen mit anderen Diagnostikmaterialien wider. Um die erzielten Diagnostikergebnisse mit der Kontrollgruppe zu vergleichen, können die neuen Normdatentabellen (vgl.Nas,2015und2016)herangezogen werden.
 
Schwierigkeiten bei der Auswertung: Spricht eine Untersucherin Türkisch nicht als Muttersprachlerin, wird sie mit Schwierigkeiten konfrontiert sein, die Äußerungen des Kindes zu interpretieren. Derartige Probleme aufgrund fehlender Türkischkenntnisse lassen sich leider mit Tests wie dem TAT nicht vermeiden. Nicht jedes Kind wird beim Benennen des Testitems die Standardsprache Türkisch anwenden. Es kann unter Umständen vorkommen, dass das untersuchte Kind statt „Emzik" (Schnuller) „Meme" oder an Stelle von domatesler (Tomaten) iki domates (zwei Tomate!) sagt.
 
Transkriptionsgerecht wären diese Antworten als »falsch« zu werten, obwohl das Kind diese Items als lexikalische Einheit/ lexikalischen Numerus richtig benannt hat.
 
Liegen solche Unsicherheiten vor, hat sich in der Prätestphase (geführt durch monolingual deutsche Kolleginnen) das Nachsprechen als gute Methode erwiesen. Deswegen wäre es von Vorteil, gerade bei der Verbflexion sowie bei Numerus und Farbadjektiv-Benennungen die Äußerungen im Falle von Unklarheiten nachsprechen zu lassen.
 
Vorteile des Türkisch-Artikulationstests: Der Türkisch-Artikulationstest ist normiert und validiert .
▬ Der TAT basiert auf Erfahrungen des Therapiealltags.
▬ Er wurde von einem türkischsprachigem Linguisten und Logopäden entwickelt.
▬ Der TAT liefert objektive Testergebnisse.
▬ Die Testausführung ist mit etwa 15 bis 20 Minuten wenig zeitintensiv.
▬ Der TAT basiert auf Testitems, die der Erfahrungswelt türkischsprachiger Kinder entsprechen.
▬ Die Untersuchende benötigt keine Türkischkenntnisse, da die Aussprache durch das IPA vorgegeben ist.
▬ Im TAT sind die wichtigsten alltagsgebräuchlichen und hochfrequenten Wortarten berücksichtigt.
▬ Er liefert klare differenzialdiagnostische Ergebnisse, wenn es gilt, Sprach- gegenüber Sprechstörungen abzugrenzen.
▬ Der TAT ermöglicht es, die Therapie gezielt zu planen.
▬ Er beinhaltet eine Aussprache-DVD mit integrierten Bildern.
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