Diagnostik des Stotterns bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Screening, Diagnostik und Therapieentscheidungen
In diesem eintägigen Online-Seminar erweitern Sie Ihre diagnostische Sicherheit im Umgang mit Stottern auf Grundlage der ICF. Zu Beginn erhalten Sie praxistaugliche Entscheidungshilfen für Angehörige stotternder Kinder im Vorschulalter, insbesondere Screening-Instrumente zur frühen Einschätzung. Darauf aufbauend erwerben Sie Kompetenzen in der quantitativen und qualitativen Analyse von Stotterereignissen und gewinnen dabei mehr Sicherheit bei der differenzierten Diagnostik. Anhand von Videobeispielen erproben Sie das Stuttering Severity Instrument (SSI nach Riley) und lernen, den Schweregrad strukturiert und nachvollziehbar zu bestimmen. Ergänzend werden valide Fragebögen zur Erfassung der psychosozialen Belastung vorgestellt, so dass Sie auch die Auswirkungen des Stotterns auf die Lebensqualität fundiert einschätzen können. Nach Abschluss des Seminars sind Sie in der Lage, Stottern sicher von funktionellen Unflüssigkeiten zu unterscheiden, den Schweregrad differenziert zu erfassen und die psychosoziale Belastung systematisch in Ihre Diagnostik einzubeziehen – eine wichtige Grundlage für eine zielgerichtete Therapieplanung. Als Teilnehmende erhalten Sie exklusiven, zeitlich begrenzten Zugang zu einem Padlet mit umfangreichen Materialien, Videobeispielen und weiterführenden Inhalten. Die Plattform ermöglicht zudem den fachlichen Austausch, die Klärung offener Fragen sowie das Teilen eigener (urheberrechtsfreier) Materialien – für nachhaltige Unterstützung über das Seminar hinaus.
Bitte legen Sie zum Auszählen der Silben einen Taschenrechner bereit (mit Tasten, Smartphones mit Touchscreen sind weniger gut geeignet), Laptop, Silbenzähler o.Ä.
Die TeilnehmerInnen dieses Seminars erhalten kostenlos den „Fragebogen zur psychosozialen Belastung durch das Stottern für Kinder und Jugendliche" (Autorin: Dr. Susanne Cook).
Ergänzend zu diesem Seminar wird das zweitägige Therapie-Seminar (Werkzeugkoffer) am 28./29.11.27 in Köln empfohlen.
Voraussetzungen: Theoretische Kenntnisse des Stotterns sind willkommen.
Bitte beachten Sie: Anmeldungen können nur während unserer Bürozeiten MO-DO 08:00-16:00, FR 08:00-13:00 Uhr bearbeitet werden.
Thum, G. & Mayer, I. (2014): Stottertherapie bei Kindern und Jugendlichen. Ein methodenkombinierter Ansatz. München: Reinhardt
Thum, G. (2023). Stottern in der Adoleszenz. Therapeutische Zielsetzungen mit stotternden Adoleszenten auf Grundlage einer ICF-basierten Diagnostik. Forum Logopädie.
Thum, G., & Hiederer, B. (2023). Stottertherapie mit Jugendlichen: „Stärker als Stottern“. Sprache, Stimme, Gehör, 47, 35-40
Glück, C. & Thum, G. (2022). Stottern. In: Siegmüller, J., Bartels, H. & Höppe, L. (Hrsg.), Leitfaden Sprache Sprechen Stimme Schlucken (456-472), 6. Aufl. München: Urban & Fischer
Thum, G. (2019). Stärker als Stottern - ein methodenkombinierter Ansatz. Sprachförderung und Sprachtherapie, 8(3), 166-175
220,00 €
freie Plätze vorhanden
| Seminar-Nr.: | 2729-ONB |
|---|---|
| Seminarort: | Online |
| Datum: | Sa. 24.07.2027 | 08:00 - 15:15 |
| Punkte: | 8 |
| Theorie: | 4 |
| Praxis: | 4 |
Über Georg Thum
Seit 30 Jahren ist Georg Thum ausschließlich in der Stottertherapie tätig. Er konzipierte die Intensivtherapie „Stärker als Stottern" und führt den methodenkombinierten Ansatz auch ambulant in eigener Praxis durch. Zudem ist er an der Ludwig-Maximilians-Universität München für den Fachbereich „Redeflussstörungen“ zuständig und leitet dort die Stotterberatungsstelle. Er ist Mitautor der S3-Leitlinie „Redeflussstörungen“ (2016) sowie Autor zahlreicher Veröffentlichungen.