Therapie/Förderung des Lesens und Evaluation
Köln
Die Voraussetzungen für eine optimale Förderung der Lesefähigkeit sind ein angemessenes Verständnis des Aneignungsprozesses und der Rolle des Aneignungsgegenstandes. Zum Aneignungsprozess gehören der Ablauf der einzelnen Entwicklungsschritte und die individuellen Voraussetzungen, die zu ihrer Bewältigung wichtig sind (z.B. eine ausreichende phonologische Bewusstheit). Die Struktur der zu erwerbenden Schriftsprache stellt den Aneignungsgegenstand dar. Für die Entwicklung und Durchführung von Förderprogrammen sind also sowohl psycholinguistische und deutschdidaktische Forschungsergebnisse als auch sprachwissenschaftliche Erkenntnisse wichtig.
Im Rahmen des Seminars sollen hier zunächst die notwendigen theoretischen Grundlagen vermittelt werden. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten zur qualitativen Überprüfung von Leseschwierigkeiten sowie Prinzipien der Leseförderung und ausgewählte Förderprogramme zum Lesen vorgestellt (Lauttreue Leseübungen, Flüssig lesen lernen, BliWo, PotsBlitz). Dabei werden besonders größere Verarbeitungseinheiten beim Erwerb des Lesens thematisiert. Anhand von Fallbeispielen werden Leseschwierigkeiten von Kindern analysiert und Ansätze für eine Förderung aufgezeigt sowie praktische Übungen zu einzelnen Schwerpunkten durchgeführt.
Dieses Seminar ist Bestandteil der Weiterbildung „DyslexietherapeutIn - Wege des Schriftspracherwerbs ebnen“, kann jedoch auch unabhängig davon einzeln gebucht werden.
Scheerer-Neumann, G. (2002). Lese-Rechtschreibschwierigkeiten: Analyse und Förderung (gesammelte Beiträge). Potsdamer Studien zur Grundschulforschung, 29. Potsdam: Universitätsverlag Potsdam. (S. 33-74)
May, P. (1986): Schriftaneignung als Problemlösen: Analyse des Lesen(lernen)s mit Kategorien der Theorie des Problemlösens. Frankfurt: Peter Lang.
Röber-Siekmeyer, C. (2002). Schrifterwerbskonzepte zwischen Pädagogik und Sprachwissenschaft - Versuch einer Standortbestimmung. In: C. Röber-Siekmeyer, & D. Tophinke, (Hrsg.). Schrifterwerbskonzepte zwischen Sprachwissenschaft und Pädagogik. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. (S. 10-29)
300,00 €
nur noch wenige Plätze
| Seminar-Nr.: | 2645-WB-LRS24 |
|---|---|
| Seminarort: | Köln |
| Datum: | Fr. 06.11.2026 | 11:00 - 18:30 Sa. 07.11.2026 | 09:00 - 16:30 |
| Theorie: | 8 |
| Praxis: | 8 |
Über Christiane Ritter
Dr. Christiane Ritter hat 1999 die erste Phase ihres Lehramtsstudiums (Primarstufe) an der Universität Potsdam mit der ersten Staatsprüfung abgeschlossen und dann an der Universität Potsdam im Bereich Erziehungswissenschaft promoviert. Von 2000 bis 2007 arbeitete sie als Lerntherapeutin an einem Institut für Lerntherapie. Im Sommersemester 2007 war sie als Lehrbeauftragte an der Universität Potsdam tätig. Bis Juni 2009 leitete sie das DFG-Forschungsprojekt »Empirische Evaluation eines Lesetrainings auf Silbenbasis zur Förderung der basalen Lesefähigkeit von Grundschulkindern mit Leseschwierigkeiten«. Zusammen mit Prof. G. Scheerer-Neumann ist Dr. Christiane Ritter Autorin von »PotsBlitz - Das Potsdamer Lesetraining« (ProLog). Sie arbeitet als Lerntherapeutin in einer Berliner Praxis und ist außerdem in verschiedenen Bereichen der Aus- und Weiterbildung von unterschiedlichen Berufsgruppen tätig.