Zur Schulleistungsentwicklung von Kindern mit beeinträchtigtem Sprachverständnis - Eine Längsschnittstudie

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    2204244
    10.7345/prolog-2204244
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    Wortschatz, Kommunikation, Wortschatz
Zusammenfassung: Kinder mit Sprachverständnisstörungen haben häufig erhebliche... mehr
Produktinformationen "Zur Schulleistungsentwicklung von Kindern mit beeinträchtigtem Sprachverständnis - Eine Längsschnittstudie"

von Kathrin Mahlau

Zusammenfassung: Kinder mit Sprachverständnisstörungen haben häufig erhebliche Probleme beim Erwerb schulischer Kompetenzen wie dem Schriftspracherwerb und in der Mathematik. Forschung und Praxis stehen vor der Aufgabe, Konzepte zu entwickeln, die GrundschülerInnen mit dieser spezifischen Problematik in inklusiven Kontexten stärker in den Blick nehmen. Mit dem Rügener Inklusionsmodell wurde für Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten eine Unterrichts- und Förderstruktur entwickelt, die sich an den „Response to Intervention-Ansatz" anlehnt und inhaltlich sowohl im Regelunterricht als auch in speziellen Förderstrukturen das Sprachverständnis diagnostiziert, unterrichtlich berücksichtigt und explizit fördert.
Im Rahmen der Gesamtevaluation zur Effektivität des Rügener Inklusionsmodells wurde in einer Teilstudie geprüft, wie sich die SchülerInnen mit geringen Sprachverständnisleistungen unter den inklusionsförderlichen Bedingungen im Vergleich zu altersgleichen Kindern mit vergleichbaren Sprachverständnisleistungen entwickeln, die Schulen ohne spezifische Förderstruktur besuchen. Dazu wurde mittels Kovarianzanalysen untersucht, inwiefern sich die Fähigkeiten im Sprachverständnis, im Lesen, Rechtschreiben und in der Mathematik über den Verlauf der vier Grundschuljahre entwickeln und ob sich Leistungsunterschiede zwischen beiden Gruppen zeigen.
Die Ergebnisse zeigen für den betrachteten Zeitraum der Primarstufe, mit Ausnahme des mathematischen Könnens zum Ende der dritten Klasse zugunsten der Kontrollgruppe, keine signifikanten Unterschiede. Sowohl im rezeptiven Wortschatz als auch im Schriftspracherwerb sind ebenfalls keine bedeutsamen Gruppenunterschiede nachweisbar. Insgesamt ist die Leistungsfähigkeit der ProbandInnen ernüchternd. In keinem der zwei betrachteten Settings gelingt es, Kinder mit auffälligen Sprachverständnisleistungen so zu fördern, dass sie nach vier Jahren überwiegend durchschnittliche Leistungen zeigen. Lediglich im Bereich Lesen lässt sich eine altersgerechte Entwicklung feststellen.
 
Abstract: Children with language comprehension disorders often struggle severely in acquiring specific academic skills, such as literacy and mathematics. Research and practice are faced with the challenge of developing concepts with a stronger focus on this special group of students in inclusive education settings. Following the Response to Intervention model, the Rügener Inklusionsmodell has established teaching and special instruction structures for children with these linguistic deficits for regular as well as additional support classes. This model diagnoses the range of contextual language comprehension and integrates these findings into lesson planning and explicit facilitating methods.
Within the framework of the full-scale evaluation regarding the effectiveness of the Rügener Inklusionsmodell, it was investigated how the academic skills of students with low language comprehension abilities learning in conditions conducive to inclusion develop in comparison to their peers with low language comprehension skills who attend schools without specific supporting structures. Analyses of covariance were used to examine to which extent the abilities concerning language comprehension, reading, orthography and mathematics have developed over the course of the four years of primary school, and whether there were any group differences.
For the observed timespan on the primary level, the results showed no significant differences between the groups, with the exception of mathematical competence at the end of third grade in favour of the control group. There were no significant differences regarding language comprehension or literacy acquisition. Overall, the results for all tested subjects concerning their capabilities have been rather sobering. In neither of the two observed settings have the attempts to support children with language comprehension difficulties been successful in such a way that the children would display predominantly average performances after four years of schooling. Only in the domain of reading, age-appropriate skills were found.
Schlüsselwörter: Inklusiver/Integrativer Unterricht, Rügener Inklusionsmodell, Sprachverständnisstörung, Vergleichsgruppenstudie
Keywords: inclusive education, Rügen inclusion model, speech comprehension disorder, comparison group study
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Inhalt:
Dieser Artikel wurde in der Fachzeitschrift Logos veröffentlicht.
Ausgabe 4/2022   DOI-Nr. 10.7345/prolog-2204244

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